2008-10-30
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Leitzinssenkung bringt USD gewaltige Einbußen innerhalb eines Tages
Wie bereits von vielen Experten erwartet, reduzierte die US-Notenbank gestern ihren Leitzins deutlich. Das ist das niedrigste Niveau in fast 50 Jahren. Auslöser dieser Maßnahme sind laut US-Notenbank erneut düstere Konjunkturerwartungen und eine deutlich verringerte Wirtschaftsaktivität. Bereits zu Beginn des Monats hatte die Federal Reserve den Leitzins zusammen mit fünf anderen Notenbanken um einen halben Prozentpunkt zurückgenommen. In einer gemeinsamen Aktion der führenden Notenbanken der Eurozone, Großbritannien, Kanada, Schweden und der Schweiz, hatte die US-Notenbank ihren Leitzins bereits um 0,5 Punkte auf 1,50% gesenkt. An den Finanzmärkten reagierte der Dollar auf den Zinsentscheid mit den stärksten Kursverlusten in der Geschichte innerhalb eines Tages.
Zum frühen Morgenhandel wurde der Dollar bereits bei knapp über $1,3200 pro EUR gehandelt, nachdem er gestern um 2,2% gefallen war. Gegenüber dem GBP notiert der USD bei über 1,6500. Aus ihrer Stellungsnahme waren keine Hinweise zu entnehmen, dass die US-Notenbank sich gegen weitere Zinssenkungen stellte. Deutlich zu erkennen sei, dass sich die wirtschaftliche Aktivität in den USA zuletzt stark abgeschwächt hätte.
Eine effektive Markterholung konnte aktuell noch nicht einsetzen. Das Anlegerverhalten ist nach wie vor von Unsicherheit und geringer Risikobereitschaft geprägt. Sollte sich letztgenannte verbessern, könnte dies den Dollar weiter schwächen. Anstelle Anzeichen einer Rezession aufzuspüren, konzentriert sich das Augenmerk der Marktteilnehmer derzeit auf die Leitzinsunterschiede. Diese könnte sich nachteilig auf den Dollar auswirken. Auch der anstehende “Advanced Report” zum US-Bruttoinlandsprodukt dürften hier keinen Einfluss nehmen.
EUR – EUR stärkt sich am fallenden USD
Der EUR konnte seinen Wert zum USD gestern in größerem Umfang steigern und notierte bei 1,3200. Die 15-Nationen-Währung machte sich die Leitzinssenkung der US-Notenbank zu Nutze. Die Tür zu eigenen Zinsschritten nach unten wurde dabei nicht zugestoßen. Darüber hinaus zog der EUR an, nachdem Deutschland bekannt gab, sich in der Planung seines Finanzpaketes zur Rettung von Banken zu befinden. Außerdem konnte sich die Deutsch Bank AG, größtes Kreditinstitut Deutschlands, aufgrund neuer Bilanzregeln im dritten Quartal in der Gewinnzone halten.
Es scheint, als wenn der USD kein Auffangbecken für Anleger mehr bildet, nachdem die US-Notenbank verdeutlichte, dass sich die Wirtschaftsaktivität ihres Landes verringert hätte. Auch der Britische Pfund konnte gegen den Dollar an Boden gewinnen. Dies bewies ein Bericht über die Bewilligungen für neue Hypotheken in Großbritannien, die zum ersten Mal seit Juni 2007 wieder angestiegen sind.
Die Bank of England (BoE) erklärte, dass rund 1.000 Bewilligungen für Hypotheken mehr erfolgten als im Monat August. In der derzeitigen Finanzkrise wird nach Stabilität und Ruhe verlangt. In Großbritannien versucht die Regierung mit einer nie vorher da gewesenen Milliardenhilfe ihre Wirtschaft zu stützen, die erstmals seit 1992 auf eine Rezession zusteuert. Der GBP verzeichnete am 24. Oktober die größten Verluste innerhalb eines Tages zum Dollar, nachdem aus einem Regierungsbericht hervorging, dass Englands Wirtschaftsaktivität sich im dritten Quartal drastisch verschlechtert hatte und dabei alle Prognosen übertraf. Inzwischen nehmen Wirtschaftsnachrichten wieder vermehrt Einfluss auf die Tendenzen der Hauptwährungen.
Nachdem der EUR gestern einen enormen Aufwärtstrend erfuhr, könnte sich schon heute wieder eine Trendwende einstellen. Für heute werden Deutschlands Arbeitslosenrate sowie das Verbrauchervertrauen der Eurozone erwartet. Beide Indizes sollen schlechter als zuvor ausfallen. Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise wurden die Hauptwährungen weniger von Wirtschaftsindikatoren beeinflusst. Dennoch sind diese Größen fest im Gedächtnis der Anleger verankert. Jede negative Veröffentlichung könnte dem EUR schaden.
JPY – Japans mögliche Leitzinssenkung setzt dem extremen Aufwärtstendenzen des JPY ein Ende
Seitdem die Spekulationen um eine eventuelle Leitzinssenkung durch die Bank of Japan (BoJ) zunehmen, verzeichnete der Yen zum zweiten Tag infolge Verluste gegenüber seinen Währungsgegnern. Mit einer solchen Zinsreduzierung soll der extreme Aufwärtstrend des Yen beeinflusst werden und darüber hinaus die Wirtschaftsaktivität angekurbelt werden.
Der gestrige Verlust des Yen um 0,5% zum Britischen Pfund brachte die Währung bis auf 156,47. Ursache hierfür waren Mutmaßungen, dass Anleger ihre Carry Trades mittlerweile wieder beleben wollten. Beim Carry Trade nehmen Investoren einen Kredit in einer Währung mit vergleichsweise niedrigen Zinsen auf, um diesen anschließend in einer Währung mit hohen Zinsen zu investieren. Japans Zinsrate gilt bei 0,5% als die niedrigste unter den Hauptwährungen. Der Spielraum der japanischen Notenbank für die Senkung ihres Leitzinssatzes ist äußerst gering. Einigen Währungsexperten zufolge profitiere der japanische Yen von einer großen Risikoabneigung an den Märkten, die durch Rezessionsängste verstärkt werde.
In einer G-7-Erklärung am 27.10. erklärten sich die sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) besorgt über die “Kursausschläge der japanischen Währung”. Am Markt wird zunehmend über eine Intervention der japanischen Regierung spekuliert.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar gibt weiterhin zinsbullische Signale aus und wird derzeit um die 1,3200-Marke gehandelt. Dennoch scheint das Level 1,3250 sich als starke Widerstandsmarke herauszubilden. Sollte ein Durchbruch dieser erfolgen, könnte dies als Bestätigung eines zinsbullischen Trends gelten.
GBP/USD
Auf der 4-Stunden-Chart bildet sich eine eindeutig zinsbullische Handelsspanne heraus, in deren Mitte sich das Paar mittlerweile bewegt. Der RSI der Tages-Chart hat die 30-Marke überwunden, während der Slow Stochastic nach wie vor aufwärts gerichtet ist. Dies könnte bedeuten, dass sich eine weitere zinsbullische Bewegung anbahnt. Heute könnte es richtig sein, zu kaufen.
USD/JPY
Seitdem hier die 91,00-Marke erreicht wurde, hat sich für dieses Paar ein äußerst starker Aufwärtstrend ergeben. Aktuell wird USD/JPY bei 98,70 gehandelt. Auf der 4-Stunden-Chart wird inzwischen ganz deutlich, dass diese Aufwärtstendenz weiteres Potential in sich trägt.
USD/CHF
Gestern durchlief dieses Paar einen äußerst starken Abwärtstrend und verlor über 300 Pips. Der aktuelle Preis ist bis unter den unteren Bereich der Bollinger Bands gefallen. Dies könnte bedeuten, dass der Abwärtstrend sich fortsetzen könnte. Hier ist es heute eventuell richtig, zu verkaufen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


