2008-09-08
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Die Übernahme der US-Hypothekenfinanzierer schwächt das Anlegervertrauen in den USD
Der USD unterlief in der vergangenen Woche gegenüber seinen Währungskontrahenten zinsbullische Trends. Gegen den EUR verbesserte sich der USD um ca. 400 Punkte und wurde am Freitag unter 1,43 gehandelt. Auch gegenüber GBP und CHF verzeichnete der Dollar große Kursgewinne. Nur gegen den JPY erfuhr er zum Ende der Woche leichte Abwärtstendenzen. Dies war auf US-Wirtschaftdaten zurückzuführen, die schlechter als erwartet ausgefallen waren, während sich gleichzeitig positive Impulse für den JPY einstellten. Abgesehen davon konnte sich der USD die Abwärtstrends seiner Gegner zu Nutze machen. Insbesondere für die Eurozone wurde gleich eine ganze Reihe schlechter Indikatoren ausgegeben. Außerdem stieg der Dollar in seinem Kurs, nachdem deutlich wurde, dass Hurrikan “Gustav” wenig Einfluss auf die Ölkonzerne nahm. Als Ergebnis dessen, rutschten die Rohölpreise auf neue Tiefstände. Des Weiteren wurden in der vergangenen Woche Indizes veröffentlicht, die den USD unterstützten. Dazu zählen die Auftragseingänge der Industrie, der Einkaufsmanager-Index (PMI), des nicht verarbeitenden Gewerbes (Purchasing Managers Non-Manufacturing Index) sowie die Pkw-Umsatzzahlen, die alle Erwartungen übertrafen. Anleger sollten jedoch beachten, dass der USD zum Ende der vergangenen Handelswoche einen leichten Wertverlust verzeichnete, nachdem der ADP-Bericht des Nonfarm Employment-Wechsels sowie die Arbeitslosenquote besonders schlecht ausgefallen waren und unter den Erwartungen der Experten lagen.
Die anstehende Woche könnte dem USD-Aufwärtstrend ein Ende bereiten, da die Kurswerte an den amerikanischen Börsen aktuell zurückgehen, während sich die US-Finanzkrise fortsetzt. Am Wochenende wurde berichtet, dass die US-Regierung die vorläufige Kontrolle über die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac übernommen hatte. Dieser Akt wird seinen Tribut von der US-amerikanischen Währung fordern. Das US-Finanzministerium kündigte an, beide Hypothekengiganten mit jeweils 100 Milliarden Dollar stützen zu wollen, um sie vor dem finanziellen Aus zu bewahren.
Für die anstehende Woche werden einige wichtige Indikatoren aus den USA erwartet. Am Dienstag werden die Pending Home Sales -die noch nicht abgeschlossenen, aber bereits vertraglich fixierten Immobilienverkäufe- veröffentlicht. Diese werden erwartungsgemäß bis in den negativen Bereich fallen. Darüber hinaus sollen, laut Experten, Handelsbilanz, Erzeugerpreisindex sowie die Kernrate der Einzelhandelsumsätze ebenfalls zurückgehen. Außerdem sollten Anleger ihr Augenmerk auf die für Dienstag angekündigte Rede von US-Notenbankchef Bernake bei der White House Initiative on Historic Black Colleges and Universities in Washington D.C. richten. Insgesamt scheint es, als wenn der Dollar die jüngst erzielten Kurszuwächse gegen seine Währungsgegner wieder verlieren könnte.
Für heute können sich Anleger auf so einige Kursschwankungen einstellen, da die Reaktionen auf die Übernahme von Fannie Mae und Freddie Mac durch die US-Regierung noch abgewartet werden müssen. Darüber hinaus nehmen die enttäuschenden Zahlen der zum Ende vergangener Woche veröffentlichten Indikatoren nach wie vor ihren Einfluss auf den USD. Im weiteren Tagesverlauf sollte sich der Dollar dann stabilisieren. Die einzige Veröffentlichung aus der US-Wirtschaft am heutigen Handelstag wird der Bericht über die Verbraucherkredite sein, dessen Zahlen schlechter als im Vormonat erwartet werden. Eventuell könnte sich weitere Volatilität nach der Ansprache des Chefs der regionalen US-Notenbank von Dallas, Richard Fisher, einstellen, die er heute in Austin halten wird.
EUR – Leichter EUR-Kursanstieg voraussichtlich von kurzer Dauer
Während die Welt ihren Blick auf die neuesten Entwicklungen um die Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac richtet, scheint sich der leichte EUR-Aufwärtstrend in Übersee ungeachteter Dinge zu vollziehen. Erst vergangene Woche hatte der EUR seine Abwärtstendenzen kontinuierlich fortgesetzt und wurde zum Wochenende am Freitag um die $1,42 gehandelt. Im Gegensatz hierzu, notiert der EUR nun um die $1,4408, wenn auch schwankend. Dieser Umschwung bedeutet einen Zuwachs von ungefähr 150 Punkten seit dem Ende der vergangenen Handelswoche. Diese Entwicklung sei zwar eher auf den Rückgang des Anlegervertrauens in Bezug auf den USD, als auf einen Wertzuwachs des EUR zurückzuführen, dennoch verzeichnete der EUR einen bedeutsamen ersten Aufwärtstrend innerhalb der letzten sechs Wochen. Von einem Umschwung kann jedoch noch lange nicht die Rede sein, denn für die Eurozone wird derzeit nach wie vor, in Anbetracht der veröffentlichter Industriezahlen aus Deutschland, ein Konjunkturrückgang prognostiziert.
Während einige Experten davon ausgehen, dass der allgemeine Abwärtstrend des EUR bis Mitte 2009 ein Ende finden wird, lassen Kurzzeitprognosen, angesichts rückläufiger Industrieproduktionszahlen aus Gesamt-Europa, einem globalen konjunkturellen Abschwungs sowie einem sich verstärkenden USD, den EUR wahrscheinlich vorerst weiterhin fallen.
Für diese Woche stehen gleich zwei Ansprachen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet an. Am Mittwoch wird Trichet vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments in Brüssel sprechen sowie am Donnerstag bei der EUROFI Konferenz in Nizza eine Ansprache halten. Anleger sollten sich in diesem Zusammenhang auf hohe Kursschwankungen gefasst machen, da Investoren versuchen werden, zukünftige Entwicklungen in Bezug auf die Zinssätze zu ermitteln. Mittwoch wird ein besonders wichtiger Tag für den EUR werden, da auch Frankreich seine Indikatoren Industrieproduktion und Handelsbilanz veröffentlichen wird.
JPY – JPY geschwächt zu Wochenanfang?
Für den Yen ergaben sich innerhalb der letzten Woche Aufwärtstrends gegenüber den Hauptwährungsgegnern. Japans Währung gewann ca. 150 Punkte gegen den USD dazu und wurde am Freitag knapp über der 107-Marke gehandelt. Ein noch größerer Wertuzwachs wurde gegenüber dem EUR deutlich. JPY steigerte sich um mehr als 600 Punkte und das Paar schloss zum Ende der Handelswoche bei unter 153. Abgesehen von schlechten Wirtschaftsdaten der übrigen Industrienationen, profitierte der JPY von landeseigenen Veröffentlichungen, die äußerst positiv ausfielen. Die derzeit wenig Gewinn bringende asiatische Währung konnte sich gegenüber ihren Gegnern behaupten, insbesondere nachdem Anleger in der letzten Woche zur Schlussfolgerung kamen, dass die EZB ihre Zinssätze nicht anziehen werde. Infolgedessen tätigten ausländische Käufer japanischer Waren ihre Geschäfte in Yen, was den JPY wiederum stärkte. Obwohl die Capital Spending schlechter als prognostiziert ausfielen und Japans Ministerpräsident Fukuda überraschend zurücktrat, wurde der Kurs des JPY wenig davon beeinflusst. Vielmehr wurde Japans Währung von anderen Indikatoren unterstützt. BoJ-Gouverneur Shirakawa hielt zur selben Zeit eine Ansprache, in der er wiederholt betonte, dass die japanische Wirtschaft in naher Zukunft eine angemessene Wachstumsrate wieder aufnehmen werde. Darüber hinaus brachte der Preissturz der Ölpreise Anleger zu der Ansicht, dass sich die Transportkosten japanischer Exportgüter weltweit reduzieren werden.
Auch diese Woche setzt sich der Aufwärtstrend des JPY bereits fort. Dies verdeutlichen die Zahlen der Geldmenge M2 Money Stock am Sonntag, die alle Erwartungen übertrafen und sehr viel besser ausfielen als das Vorjahresergebnis. Die anstehende Woche wird dem JPY jedoch voraussichtlich etwas Volatilität bringen, da täglich Wirtschaftsdaten aus Japan erwartet werden. Die bedeutendsten Indikatoren darunter sind: Das vierteljährliche Finale BIP, die monatliche Kernrate der Maschinenbestellungen sowie die überarbeiteten Zahlen der Industrie Produktion. Außer dem zuletzt genannten Indikator, dessen Ergebnis sich nicht verändern soll, gehen Experten von einem Rückgang der beiden anderen Indizes aus. Entscheidend für den Yen in dieser Woche wird die Frage sein, ob Anleger der Ansicht sind, dass die schwachen Zahlen, die für diese Woche prognostiziert werden, ein Teil der globalen Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise darstellen, die sich bald auch bis nach Japan ausbreiten werden, oder ob der JPY einen konjunkturellen Rückgang verzeichnet, der im Gegensatz zu Shirakawas Rede steht und somit der japanischen Währung ein heftiger Sturz bevorsteht. Dabei sollten Anleger die Entwicklungen um den USD und EUR nicht außer Acht lassen, da diese beiden die Tendenzen des Yen in dieser Woche mitbestimmen könnten.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar befindet sich inmitten einer zinsbullischen Korrigierung und wird derzeit um die 1,4400-Marke gehandelt. Alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart sind aufwärts gerichtet. Somit könnten sich weitere Aufwärtstendenzen einstellen. Eine gute Entscheidung für heute könnte Kaufen lauten.
GBP/USD
Allem Anschein nach, hat dieses Paar seinen zinsbullischen Umschwung eingestellt, nachdem es die 1,7975-Marke erreicht hatte. Ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der Stunden-Chart deutet sogar darauf hin, dass sich für GBP/USD ein erneuter Abwärtstrend ergeben könnte. Die richtige Strategie für heute könnte sein: bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.
USD/JPY
Die 4-Stunden-Chart lässt einen Aufwärtstrend dieses Paares erkennen. USD/JPY notieren derzeit bei 108,70. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich innerhalb des 50er Bereichs. Dies könnte bedeuten, dass sich der Aufwärtstrend verlängert, bei einem nächsten Richtpreis von 109,50.
USD/CHF
Nach einer leichten rückläufigen Korrigierung, zu der das Paar bis auf die 1,1050-Marke zurückgegangen ist, scheinen sich USD/CHF kurz vor einer Wiederaufnahme ihres allgemeinen Aufwärtstrends zu befinden. Ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der Stunden-Chart verdeutlicht, dass eine solche zinsbullische Entwicklung unmittelbar bevorsteht. Kaufen könnte die richtige Strategie für heute sein.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


