2008-09-09

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – USD – “Pending Home Sales” stehen an
Gestern steigerte der USD seinen Kurswert gegenüber allen Währungsgegnern. Dabei gewann der Dollar gegenüber dem EUR über 200 Punkte, fiel im weiteren Tagesverlauf unter die 1,41-Marke bis er schlussendlich bei 1,4050 notierte. Diese Marke stellt einen neuen Tiefstand seit Oktober 2007 dar. Der Wertzuwachs ereignete sich als Reaktion der Märkte auf das Eingreifen der US-Regierung und die Übernahme der Hypothekengiganten Freddie Mac und Fannie Mae. Die Unternehmensübernahme brachte eine sofortige Ankurbelung in der dahinsiechenden Kredit- und Hypothekenkrise, die zuweilen die US-Wirtschaft lähmt. Die US-Aktienmärkte reagierten bei durchschlagendem Erfolg mit einem aufblühenden USD auf den Devisenmärkten. FOMC-Mitglied und Dallas Fed-Präsident Fisher befürwortete in seiner gestrigen Ansprache entschlossen das Eingreifen durch das Finanzministerium. Wichtige US-Datenveröffentlichungen umfassten gestern unter anderem die US-Verbraucherkredite, deren Volumen im Juli um 4,6 Mrd. Dollar gestiegen ist. Im Vormonat belief sich der Betrag auf 11,0 Mrd. USD, was deutlich zeigt, dass die Verbraucherausgaben im Monat August deutlich zurückliegen. Trotz des Rückgangs der Verbraucherkredite, war der USD gestern nahezu unaufhaltsam. Leichte Verluste ergaben sich lediglich gegen den JPY, während der Dollar-Index Höchststände erreichte.
Für heute werden einige weitere Indikatoren aus der US-Wirtschaft erwartet. Ein Großteil soll allerdings -laut Prognosen- den aktuellen USD-Trend enttäuschen. Zu Tagesbeginn wird US-Notenbankchef Bernanke eine Rede anlässlich der “White House Initiative on Historic Black Colleges and Universities” halten. Außerdem stehen die Zahlen zu den US-Lagerbeständen und Umsätzen im Großhandel (Juli) sowie das US-amerikanische IBD/TIPP-Verbrauchervertrauen auf der Agenda; beide Indikatoren werden dabei wenig Einfluss auf die heutigen Marktbewegungen nehmen. Highlight der US-Nachrichten werden vielmehr die Pending Home Sales, die noch nicht abgeschlossenen, jedoch bereits vertraglich fixierten Immobilienverkäufe sein. Experten sagen einen Rückgang von 1,2% voraus, verglichen mit der letzten Messung. Zieht man lediglich US-eigene Indikatoren in Betracht, kann man davon ausgehen, dass der USD an Wert verlieren wird. Jedoch darf dabei nicht vergessen werden, dass ein Aufwärtstrend des USD, mehr als bei jeder anderen Währung, in der Regel nicht zu stoppen ist, sobald er einmal einsetzt. Anleger sollten sich für den überwiegenden Handelstag auf Kursschwankungen einstellen, die sich im Bereich der gestern erreichten Höchststände bewegen werden.

EUR – EUR – EUR-Preise weiterhin auf dem Abwärtstrend
Die Talfahrt des Euro gegenüber seinen Währungsgegnern setzte sich auch im gestrigen Handel fort. Bei schwachen EUR-Daten und einem steigenden USD-Trend der letzten Wochen, fällt der EUR weiterhin. Ein Wertverlust des EUR war bei den aktuellen Problemen der Eurozonen-Wirtschaft zu erwarten, doch Preisinstabilität und Inflation sowie das lahmende Wirtschaftswachstum ließen den EUR über den Erwartungen stürzen. Im Laufe des gestrigen Handelstages verlor der EUR über 200 Punkte gegenüber USD und GBP. Auch dem JPY gegenüber setzte der EUR seine Abwärtstendenzen fort, nachdem EUR/JPY gerade erst am Sonntag 200 Punkte verloren.
Heute werden die Tendenzen des EUR größtenteils von den Entwicklungen der globalen Märkten, insbesondere von US-Daten bestimmt werden, da der einzige Indikator aus der Eurozone bereits heute morgen veröffentlicht wurde: Trotz enttäuschendem Ergebnis brachte die deutsche Handelsbilanz dem EUR leichten Aufschwung. Diese wurde bei 17,5 Mrd. EUR erwartet und belief sich stattdessen lediglich auf 11,8 Mrd. EUR. Nur kurze Zeit nach ihrer Ausgabe, sprangen EUR/USD zurück bis über 1,2120.
EUR-Anleger sollten die globalen Aktienmärkte sowie die Preisfestsetzungen von USD und JPY heute aufmerksam beobachten. Der heutige Handelstag könnte mindestens so dynamisch wie der gestrige verlaufen.

JPY – JPY verbucht starke Gewinne gegen Euro und Englischen Pfund
Auch gestern konnte der Yen sich erneut gegen die Hauptwährungsgegner behaupten. Beeinflusst von einer wieder belebten Risikobereitschaft infolge der Übernahme von “Freddie” und “Fannie”, machte der JPY kräftig an Boden gut. Dies verdeutlichten die beträchtlichen Zugewinne von über 200 Punkten gegenüber EUR sowie GBP, bezogen auf den Kurswert zu Beginn der Börsenöffnung am Sonntag. Dabei konnte sich der JPY Kursschwankungen der Märkte zu Nutze machen und monatelange Kursverluste gegen die Hauptwährungen ausgleichen. Zum ersten Mal in drei Tagen verzeichnete Japans Währung sogar gegen den USD Aufwärtstendenzen. Aus Japan wurde gestern der “Economy Watchers Current Index” des Kabinettsbüros veröffentlicht. Dieser verschlechterte sich, verglichen mit dem Vormonat minimal um 1 Punkt und wurde bei 28,3 ausgegeben, was sich äußerst wenig auf den JPY auswirkte.
Heute stehen wiederum gleich einige Indikatoren auf Japans Wirtschaftskalender. Bereits am frühen Morgen wurde der Index der Machine Tool Orders (Bestellungen Werkzeugmaschinen), der erwartungsgemäß um 8,9% fallen sollte und sogar um 14,2% zurückging veröffentlicht. Ungeachtet dieses Ergebnisses, setzt der JPY seinen aktuellen Trend jedoch fort. Im weiteren Handelsverlauf wird Japan seinen jährlichen Corporate Goods Price Index (CGPI) veröffentlichen, der unter anderem die Veränderungen der Durchschnittspreise von Dienstleistungen für Unternehmen misst. Des weitern wird die japanische Leistungsbilanz (Current Account) bei einem Anstieg auf 1,34 Billionen Yen für diesen Monat erwartet. JPY-Anleger sollten ihr Augenmerk nicht nur auf die US-Aktienmärkte und den USD richten, sondern außerdem die Entwicklungen des GBP im Auge behalten. Auch im heutigen Handel könnte sich ein weiterer Wertzuwachs für den JPY ergeben.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar setzt seinen Abwärtstrend in vollem Umfang fort und wird mittlerweile um die 1,4080-Marke gehandelt. Da der aktuelle Kurs auf der Tages-Chart bereits unter den niedrigen Bereich der Bollinger Bands gefallen ist, könnten sich weitere Abwärtstendenzen ergeben. Verkaufen ist daher eventuell eine gute Strategie für heute.

GBP/USD
Das Paar hat seinen Abwärtstrend wieder aufgenommen und steht vor dem Durchbruch der 1,7500-Marke. Sollte sich ein solcher tatsächlich ereignen, könnte die Abwärtstendenz von GBP/USD fortbestehen, wobei der nächste Richtpreis bei 1,7430 liegen könnte.

USD/JPY
Dieses Paar gibt weiterhin gemischte Ergebnisse aus, ohne einen bedeutenden Durchbruch zu erzielen. Da alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart abwärts gerichtet sind, könnte dies der Auftakt zu einem weiteren Abwärtstrend sein. Bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, könnte eine gute Entscheidung für heute lauten.

USD/CHF
Dieses Paar erweitert sein zinsbullisches Momentum und wird nun um die 1,1320-Marke gehandelt. Auf der Tages-Chart verengen sich die Bollinger Bands, was eventuell einen erneuten heftigen Aufwärtstrend bedeutet. Kaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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