2008-09-18
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – US-Baugenehmigungen erreichen 17-Jahrestief und lassen USD stürzen
Gestern verzeichnete der USD überwiegend Abwärtstendenzen gegenüber den Hauptwährungsgegnern. Anleger beobachteten, wie der USD um 1,4% gegen den EUR fiel und letztendlich bei $1,4310 schloss. Auch gegen den Sterling und den Schweizer Franken ging der USD um 2% zurück. Diese Entwicklungen ergaben sich, nachdem gestern einige wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht wurden, die sich negativ auf den USD auswirkten.
Einflussreichster Indikator war dabei der Bericht zu den US-Baugenehmigungen. Dieser Index sank mehr als erwartet und erreichten ein Rekordtief der letzten 17 Jahre! Hier wird deutlich, dass der Immobiliensektor im Zuge des konjunkturellen Abschwungs stark getroffen wurde und seinen Tiefstand noch nicht erreicht hat. Bei den Baubeginnen ist die auf das Jahr hochgerechnete Zahl um 8,9% auf 854.000 zurückgegangen. Im Juli lag diese laut US-Handelsministerium noch bei 937.000. Des weitern wurde gestern die Leistungsbilanz ausgegeben. Diese misst den Netto-Handelsbilanzüberschuss bzw. das Defizit eines Landes, dabei werden unter anderem die Einnahmen von Exporten minus den Ausgaben für Importe gerechnet. Das Defizit des zweiten Quartals entsprach 5,1% des gesamten BIP des ersten Quartals. Auch hier zeigt sich wieder einmal, dass die US-amerikanische Wirtschaft den USD nach wie vor schwächt.
Für heute stehen lediglich die Arbeitslosenzahlen auf dem US-Wirtschaftskalender. Hierbei ist das Augenmerk auf die Anzahl der Arbeitslosenerstanträge gerichtet, die im Laufe der vergangenen Woche gestellt wurden. Experten erwarten einen Rückgang von 445.000 Anträgen der Vorwoche auf 440.000 Anträge. USD-Anleger sollten diesen Indikator gut im Auge behalten. Sollte er besser als erwartet ausfallen, könnte der USD seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.
EUR – Europäische Wirtschaftszahlen deuten auf Rezession hin
Am gestrigen Handelstag verbuchte der EUR gemischte Ergebnisse gegenüber den meisten seiner Währungsgegner. Die 15-Nationen-Währung verzeichnete einen zinsbullischen Trend gegen den USD, stieg um 140 Pips und schloss bei 1,4310. Dieser Wertzuwachs wurde anschließend wieder durch ein geringes Handelsvolumen gehemmt, dass direkt nach dem Durchbruch der Schlüsselmarke 1,4250 einsetzte. Dies wiederum veranlasste einige Anleger, die gegen den EUR gesetzt hatten dazu, ihre EUR-Positionen wieder auszubauen, um weitere Verluste zu vermeiden.
Der einzige Indikator, der gestern aus der Eurozone veröffentlicht wurde, war die Handelsbilanz. Für die Eurozone ergab sich dabei im Monat Juli ein Außenhandelsdefizit, während zur selben Zeit im Vorjahr ein Überschuss gemessen wurde. Außerdem wurde das Defizit für Juni größer als zuvor berichtet ausgegeben. Insgesamt stiegen die Exportzahlen im Jahresvergleich im Monat Juli um 10%, die Importzahlen um 17%. In den vergangenen Jahren galt der Außenhandel als Schlüsselfaktor für das europäische Wirtschaftswachstum. Doch die gestrigen Zahlen verdeutlichten, dass dieses auch im dritten Quartal schleppend sein könnte und viele Ökonomen bereits von einer Rezession sprechen. Dies könnte der 15-Nationen-Währung einen starken Wertverlust bringen.
Heute wird es um die Eurozone ruhig bleiben, da keine Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden. Somit wir der Trend des EUR hauptsächlich von seinen Währungspaaren bestimmt werden. Allem Anschein nach werden sich für USD und JPY hohe Kursschwankungen ergeben, so dass dies auch Einfluss auf den EUR nehmen wird. EUR-Anleger sollten daher Nachrichten, sowohl aus den USA als auch aus Japan aufmerksam verfolgen.
JPY – Japan drängt auf weniger Marktturbulenzen
Der Yen schloss den gestrigen Handelstag bei gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungen. Gegen den EUR verlor die japanische Währung und brachte das oft gehandelte Währungspaar auf die 150,16-Marke. Gegen den GBP verhielt sich der JPY ähnlich. JPY/GBP fiel im Tagesverlauf von 0,7937 auf 0,7894. Gegen den USD ergaben sich für den Yen starke Aufwärtstendenzen: Der JPY gewann über 100 Pips und schloss bei 104,70.
Der wichtigste Indikator, der gestern aus Japan veröffentlicht wurde, war der japanische Leitzins, der, wie erwartet, unverändert bei 0,50% blieb. Die Bank of Japan (BoJ) erklärte in einer Pressekonferenz, dass sie bei ihrer Entscheidung, den Leitzins unverändert zu belassen, äußerst wachsam gegenüber den Marktunruhen gewesen sei. Die Entscheidung war ein einstimmiger Beschluss, die veröffentlicht wurde, nachdem auch die US-Notenbank beschlossen hatte, ihren Leitzins nicht zu verändern.
Für heute wird aus Japan lediglich der monatliche Konjunkturbericht der Bank of Japan erwartet. Dieser Indikator wird jedoch voraussichtlich wenig Einfluss auf die Märkte nehmen. JPY-Anleger sollten die Entwicklungen an den globalen Aktienmärkten aufmerksam verfolgen, da diese wiederum die Tendenzen des Yen bestimmen werden.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Nachdem dieses Paar die 1,4390-Marke erreicht hat, ist das zinsbullische Momentum zum Ende gekommen. Mittlerweile wird das Paar um 1,4330 gehandelt. Aktuell sind alle Oszillatoren auf der 4-Stunden-Chart aufwärts gerichtet, was ein Zeichen dafür sein kann, dass sich ein weiterer Aufwärtstrend einstellt. Hier könnte es richtig sein, zu kaufen.
GBP/USD
Dieses Paar baut sein zinsbullisches Momentum weiter aus und wird nun um die 1,8220 gehandelt. Der RSI der 4-Stunden-Chart bewegt sich im 60er Bereich, was zeigt, dass der Aufwärtstrend weiteres Potential in sich trägt. Kaufen könnte heute die richtige Strategie sein.
USD/JPY
Auf der 4-Stunden-Chart bildet sich eine sehr deutliche rückläufige Handelsspanne aus, in deren oberen Bereich das Paar mittlerweile schwankt. Dennoch verdeutlicht ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der Tages-Chart, dass ein Trendumschwung bevorstehen könnte. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu kaufen.
USD/CHF
Dieses Paar ist gestern um 200 Pips gefallen und hat sich inzwischen um die 1,1000-Marke konsolidiert. Alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart geben rückläufige Signale aus. Voraussichtlich wird dieses Paar seinen Abwärtstrend fortsetzen.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


