2008-09-19
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Paulsons Ansprache schafft Hoffnung für den USD
Der USD verzeichnete gestern, während eines äußerst volatilen Handelstages, gemischte Ergebnisse gegenüber den Währungsgegnern. Gegen den JPY stieg der USD um 1% auf 105,36 an und erholte sich von seinen anfänglichen Verlusten gegen den EUR im weiteren Handelsverlauf. Diese Entwicklung war in erster Linie auf die noch anhaltenden Auswirkungen des Zusammenbruchs der großen US-amerikanischen Finanzinstitute in den vergangenen Tagen zurückzuführen. Der USD erlangte schließlich leichte Entspannung, nachdem sich die Aktienmärkte weltweit etwas erholten. In einer Gemeinschaftsaktion der sechs weltgrößten Zentralbanken, pumpten die Notenbanken gestern rund $247 Mrd. in die globalen Geldmärkte, mit dem Ziel, eine Erholung der Aktienmärkte Europas und der USA zu erreichen.
Weitere Ursache für die Erholung des USD war der Vorschlag von US-Finanzminister Henry Paulson, einen umfassenden Plan zum Umgang mit uneinbringlichen Krediten zu entwickeln. Der Hauptgedanke liegt dabei in der Schaffung einer staatlichen Behörde zur Abwicklung dieser faulen Kredite und zur Überwindung der gegenwärtigen Finanzkrise. Vorbild ist dabei die Resolution Trust Corporation, die während der Spar- und Darlehenskrise in den 80`er Jahren eingerichtet wurde. Infolgedessen wurden die weltweiten Aktienmärkte Zeugen eines sprunghaften Anstiegs des USD.
Darüber hinaus ergab sich gestern eine weitere wichtige Veröffentlichung: Die US-Arbeitslosenerstanträge stiegen innerhalb der vergangenen Woche unerwartet von 445.000 Anträgen auf 455.000 an, entgegengesetzt den vorausgegangenen Prognosen. USD-Anleger sollten EUR und JPY als heutige Indikatoren des USD-Wertes aufmerksam beobachten. Experten erwarten äußerst hohe Kurschwankungen während des heutigen Börsenganges. Alle Augen sind auf die Entwicklung der derzeitigen Finanzkrise gerichtet.
EUR – Wird die Eurozone die Zinsrate senken?
Auch der EUR durchlebte gestern einen äußerst volatilen Handel mit gemischten Ergebnissen gegenüber den Hauptwährungsgegner. Der EUR verbesserte seinen Kurswert gegen den USD, da die EZB sowie weitere Notenbanken während des frühen Handels USD-Positionen verkauften, um Liquidität im globalen Finanzsystems zu schaffen. Dennoch verlor der EUR seinen Wertzuwachs im weiteren Handelsverlauf, nachdem sich für die US-amerikanischen Aktienmärkte eine starke Trendwende ergab. Der EUR verbesserte sich außerdem um 1,2% gegen den JPY und notiere bei Handelsschluss um die 151,22.
Erwartungen, dass die EZB den Leitzins frühzeitig senken wird, steigern sich aufgrund der Befürchtung, dass die weltweite Finanzkrise die Wirtschaft der Eurozone ernsthaft schädigen könnte. Experten erwarteten, angesichts der derzeitigen Inflationrate in der Eurozone, keine Senkung der Zinsrate durch die EZB noch in diesem Jahr. Diese liegt bereits seit Monaten bei einem Höchstwert von 4%. Jedoch wird eine Zinssatzkürzung für das zweite Quartal 2009 immer wahrscheinlicher, da, jüngsten Berichten zufolge, das Wirtschaftswachstum der Eurozone im kommenden Jahr unter 1% fallen soll und die EZB sich bei der Gemeinschaftsaktion mit anderen Notenbanken, die Finanzmärkte zu stabilisieren, beteiligt hatte.
Heute wird es wieder ruhig bleiben um den EUR, denn nur ein Indikator aus der Eurozone wird erwartet. Der deutsche Erzeugerpreisindex (PPI), der die Preisänderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses misst und daher als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen angesehen werden kann, wird schlechter als zum Vormonat ausgegeben erwartet. EUR-Anleger sollten die Tendenzen der übrigen Währungen, insbesondere GBP und JPY im Auge behalten, die heute höchstwahrscheinlich ihren Einfluss auf den EUR nehmen werden.
JPY – USD-gestützte Geldmarktgeschäfte für die japanische Wirtschaft
Für den JPY ergaben sich gestern starke Abwärtstendenzen. Die japanische Währung verlor gegenüber allen Hauptwährungen an Wert. Während des frühen Handels konnte der Yen zunächst einen Wertzuwachs gegen den USD erreichen, was auf aufgelöste Carry Trades zurückzuführen war. Anleger verkauften ihre JPY-Positionen zwecks Anschaffung von Vermögenswerten, die auf der einen Seite risikoreicher sind, jedoch höhere Erträge abwerfen können. Nachdem die großen Notenbanken gestern in einer Gemeinschaftsaktion Milliarden in die globalen Geldmärkte gepumpt hatten, galt der JPY auch schon nicht mehr als sichere “Währungszuflucht”, da die Finanzspritze das Risiko einer Wertminderung der gloablen Währungen erheblich steigerte. Der USD stieg in seinem Wert gegen den JPY um 1% und schloss bei 105,36, während der EUR um 1,2% anstieg und bei 151,22 notierte.
Eine absolute Überraschung stellte der gestrige Entschluss der Bank of Japan dar, in ihrer Bemühung mit der großen Nachfrage an USD umzugehen und USD-gestützte Geldmarktgeschäfte für die japanische Wirtschaft einzuführen. Darüber hinaus veröffentlichte die BoJ gestern ihren monatlichen Bericht, aus dem hervorging, dass die Bank ihre Besteuerung für Anlagegeschäfte gesenkt hat. Als Grund dafür wurden die niedrig ausfallenden Unternehmensgewinne angeführt. Darüber hinaus wiederholte BoJ ihre Erklärung zur momentan schleppenden Wirtschaft, die in Teilen auf zu hohen Energiekosten und einen schwachen Expporthandel zurückzuführen sein soll.
Heute bleibt die japanische Währung vom Wirtschaftskalender abwesent. JPY-Anleger sollten jedoch die globalen Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren. Heute werden voraussichtlich USD, EUR und GBP den Trend des JPY bestimmen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Dieses Paar hat mittlerweile die Fibonacci-Schlüsselmarke von 1,4400 durchbrochen, was an einem vollen Balken unterhalb des Levels auf der 4-Stunden-Chart bestätigt wird. Die negative Neigung des Slow Stochastic auf der Tages-Chart verstärkt die Tendenz, dass das Momentum recht rückläufig ist. Verkaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
GBP/USD
Dieses Paar befindet sich inmitten eines äußerst starken Abwärtstrends, der nach wie vor ein starkes Momentum ausweist und auf lange Sicht gesehen weiteres Potenzial in sich trägt. Auf der Tages-Chart ist ein stark rückläufiges Kreuz zu sehen. Auch die 4-Stunden-Chart unterstützt diesen Trend, deren Slow Stochastic auf eine Fortsetzung der Abwärtstendenz hinweist. Hier könnte es richtig sein, sich auf der Verkaufsseite einzufinden.
USD/JPY
Dieses Paar lässt nun stellenweise ein Aufwärtsmomentum auf der Stunden-Chart erkennen, nachdem es die 107-Marke erreicht hat. Auf der Tages-Chart wird deutlich, dass dieses Paar bereits seit einer Weile hohen Kursschwankungen ausgesetzt ist. Ein Aufwärtstrend könnte sich mittlerweile wieder einstellen. Slow Stochastic und RSI der Tages-Chart deuten darauf hin, dass sich ein Antesten der 107,80-Marke schon bald ergeben könnte. Eine gute Strategie könnte also sein, bei diesem Trend nach erfolgtem Durchbruch des Levels einzusteigen.
USD/CHF
Dieses Paar hat die Fibonacci-Schlüsselmarke von 1,1100 durchbrochen und alle Oszillatoren der 4-Stunden-Chart deuten auf ein Fortdauern der Aufwärtstendenz hin. Auf der Stunden-Chart wird deutlich, dass der Kurspreis die obere Grenze der Bollinger Bands überschritten hat. Auch dies ist ein Anzeichen dafür, dass der momentane Trend sich fortsetzen könnte. Nächste Richtpreis liegt eventuell bei 1,1250.
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard


