2008-09-22

Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – US-Rettungsplan – weitere Einzelheiten werden erwartet
Die vergangene Handelswoche war für den USD von starken Abwärtstendenzen geprägt. Der Dollar schloss zwar zum Wochenende gegenüber dem JPY fast bei gleicher Notierung wie zu Wochenanfang, gegen die anderen Hauptwährungen verlor er jedoch heftig an Boden. Im Laufe der Woche wurden vielen Daten und Meldungen veröffentlicht, insbesondere die US-Finanzkrise betreffend, die dem USD hohe Volatilität brachten. Gegen den EUR wurde der USD über der 1,45-Marke gehandelt, gegen den GBP über 1,83. Insgesamt ergab die vergangene Woche für den USD Tendenzen, auf die USD-Anleger lieber verzichtet hätten.
Im Ganzen wirkten sich die Nachrichten der letzten Handelswoche überwiegend negativ auf den USD aus. Nachdem die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenzschutz beantragt und der Versicherungskonzern AIG sich als nächstes Sorgenkind kenntlich gezeigt hatte, stellte sich auf den US-amerikanischen Märkten ein negatives Momentum nach dem anderen ein, und der USD hatte starke Wertverluste zu verzeichnen. Darüber hinaus konnten auch die veröffentlichten Wirtschaftsindikatoren der vergangenen Handelswoche den USD nicht stützen. Der Index der Industrieproduktion, der Verbraucherpreisindex, die TIC Net Long-Term Transactions, die Baugenehmigungen sowie die Arbeitslosenerstanträge enttäuschten ausnahmslos die Erwartungen der Anleger. Einzig positiver Indikator war in der vergangenen Woche der Leitzins, den die US-Notenbank unverändert bei 2,00% beließ.
Auch in dieser Woche sollen die erwarteten Indizes schlechter als zu ihren Vormessungen ausfallen. US-Notenbankchef Bernanke wird sich in einer Ansprache zum geplanten “Rettungsplan” äußern. Dabei wird Bernanke Daten zur momentanen finanziellen Situation diskutieren. Zu diesem Zeitpunkt können Anleger von hohen Kursschwankungen für die US-amerikanische Währung ausgehen. Anleger sollten diese Rede und die Vorschläge der US-amerkanischen Regierung zur Regelung der momentanen Finanzkrise aufmerksam verfolgen.
Als wichtigste Handelstage der Woche gelten Dienstag und Donnerstag. Folgende Indikatoren stehen auf dem Wirtschaftskalender: Eigenheimverkäufe aus Bestand, Verkäufe von Hausneubauten, die Kernrate der Umsätze langlebiger Wirtschaftsgüter sowie die Arbeitslosenerstanträge. Insgesamt scheint auch diese Woche äußerst volatil für den USD zu werden. Einflussreichster Faktor zur Bestimmung des USD-Trends ist Bernanke mit seiner Rede.

EUR – EUR profitiert von positiven Wirtschaftsdaten
Der EUR konnte in der vergangenen Woche Boden gutmachen. Er profitierte vom Abwärtstrend des USD sowie JPY und wurde von eigenen positiv ausgefallenen Wirtschaftsdaten gestützt. Gegen den USD und den JPY verhielt sich der EUR äußerst zinsbullisch, während er kaum Kursveränderungen gegenüber dem Schweizer Franken und dem Pfund Sterling erkennen ließ. Auffälligste Entwicklung war die Erholung des Kurspaares EUR/USD, das über dem Bereich von 1,45 gehandelt wurde. Während die aus den USA stammenden Nachrichten überwiegend negativer Natur waren, die Lehman Brothers Insolvenz anmeldete und das Versicherungsunternehmen AIG vor dem Aus stand, lieferte der EUR entsprechend positive Wirtschaftszahlen aus eigener Region. Insgesamt wurden nicht viele Indikatoren veröffentlicht, diese übertrafen jedoch alle Erwartungen. Bedeutendste Indizes waren dabei: die Kernrate des Verbraucherpreisindexes, Deutschlands ZEW-Konjunkturerwartungen, sowie die ZEW-Konjunkturerwartungen der Eurozone. Jeder Index trug zum Aufwärtstrend des EUR bei. Interessanterweise konnte auch beobachtet werden, wie die steigenden Rohölpreise mit den zinsbullischen Tendenzen des EUR einhergingen.
In dieser Woche werden mehrere Indikatoren aus der Eurozone erwartet, die wiederum vermehrt selbst geschaffene EUR-Volatilität erzeugen könnten. Der heutige Handelstag beginnt mit einer Ansprache des EZB-Präsidenten Trichet. Im weiteren Wochenverlauf werden die französischen Verbraucherausgaben, die Flash PMI-Indizes, der deutsche Ifo Geschäftsklimaindex sowie die Europäische Leistungsbilanz veröffentlicht. Da die Prognosen dieser Indikatoren überwiegend schlechter ausgefallen sind, als zur letzten Messung, könnten sich für den EUR erneute Abwärtstendenzen einstellen. EUR-Anleger sollten jedoch keinesfalls die US-amerikanische Finanzkrise sowie deren begleitende Nachrichten aus den Augen verlieren, die für den EUR voraussichtlich Kursschwankungen erzeugen könnten.

JPY – JPY ist auf dem Abwärtstrend und ahmt USD nach
Der JPY schien sich in der vergangenen Woche stark an den USD zu halten und verzeichnete gegenüber seinen Währungsgegnern überwiegend Abwärtstrends. Den USD ausgenommen, verlor der JPY gegenüber den anderen Währungen an Boden. Dabei beobachteten Anleger, wie das Kurspaar EUR/JPY bis unter 155,00 fiel und GBP/JPY unter der 196,00-Marke gehandelt wurde. In der vergangenen Handelswoche wirkte sich der Rohölpreisanstieg negativ auf den JPY aus, da Anleger einen Nachteil für japanische Exportgüter erwarteten. Im gesamten Wochenverlauf wurden wenige Daten aus Japan veröffentlicht. Bedeutendster Index war dabei der Household Confidence-Bericht, der rückläufig war. Des weiteren blieb Japans Zinssatz wie erwartet unverändert beim weltweit niedrigsten Wert von 0,50%.
In der anstehenden Woche wird sich für den Yen mehr Volatilität ergeben, denn in den nächsten Tagen wird eine Reihe wichtiger Daten veröffentlicht: BSI Manufacturing Index, die Handelsbilanz und der jährliche Corporate Services Price Index (CSPI). Auch hier wird jeder Index, laut Prognosen, schlechter als bei vorausgegangener Messung erwartet. Einzige Veröffentlichung, die nicht negativ ausfallen könnte, wäre die Kernrate des Tokyo CPI (Verbraucherpreisindex), die unverändert bleiben soll. Unabhängig von den landeseigenen Wirtschaftsveröffentlichungen, wird er JPY auch in dieser Woche wieder unter dem Einfluss der US-amerikanischen Entwicklungen stehen. JPY-Anleger sollten ihr Augenmerk auf die Ansprachen von US-Notenbankchef Bernanke sowie die Tendenzen der Rohölpreise richten.

Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Über das Wochenende hat dieses Paar die 1,4550-Marke durchbrochen und einen heftigen Aufwärtstrend eingeschlagen. Dennoch verdeutlicht ein rückläufiges Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart, dass ein Trendumschwung bevorstehen könnte. Für heute ist es eventuell richtig, zu verkaufen.

GBP/USD
Nachdem das Paar sich am Freitag stark im Aufwärtstrend befand, hat es sich mittlerweile um die 1,8300-Marke konsolidiert. Jetzt sind alle Oszillatoren der Stunden-Chart abwärts gerichtet, was ein Zeichen dafür sein kann, dass eine Abwärtskorrigierung unmittelbar bevorsteht. Kaufen könnte heute die richtige Strategie sein.

USD/JPY
Dieses Paar schwankt nach wie vor innerhalb eines begrenzten Preisniveaus und wird nun um die 106,50-Marke gehandelt. Seitdem es die 108,00-Marke erreicht hatte, stellte sich jedoch ein starkes Abwärtsmomentum ein, dass noch weiteres Potential in sich trägt. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen.

USD/CHF
Nachdem dieses Paar über 150 Pips gefallen ist und das 11000-Level überwunden hat, scheint das Abwärtsmomentum ein Ende gefunden zu haben. Ein zinsbullisches Kreuz des Slow Stochastic auf der 4-Stunden-Chart deutet auf einen bevorstehenden Aufwärtstrend hin. Der nächste Richtpreis könnte somit bei 1,1100 liegen.

Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard

 

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