2009-09-09
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – Dollar auf 2009-Jahrestief
Der US-Dollar fiel am Dienstag fast bis auf ein neues Jahrestief gegenüber dem EUR. Insgesamt verlor die US-Währung gegenüber einem Großteil der Hauptwährungen angesichts einer gesteigerten Risikobereitschaft seitens der Anleger. Diese wurde ferner von positiv ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland und Großbritannien gestützt. In Krisenzeiten wird der US-Dollar von den Marktteilnehmern in der Regel als Safe-Haven-Währung betrachtet, die mit Anzeichen weltwirtschaftlichen Aufschwungs Abwärtstendenzen einschlägt.
Der schwächelnde Dollar ergab sich gestern nicht nur aufgrund steigender Aktienmärkte und optimistischer Konjunkturdaten in Übersee. Erneut kam die Frage über die Richtigkeit des US-Dollars als weltweite Reservewährung Nr.1 auf. Händler verkauften ihre US-Dollar und waren verunsichert, wie lange der US-Dollar seinen Status als Weltreservewährung noch aufrechterhalten wird. Des Weiteren verlor der USD selbst gegenüber einer weiteren Safe-Haven-Währung, dem japanischen Yen. Dies signalisierte, dass den Dollar-Abstoß mehr als nur gesteigerte Risikobereitschaft auslöste. Dabei rutschte der Dollar um 0,8% auf 92,30 Yen ab.
Am Montag veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Bericht, der die Abschaffung der Rolle des US-Dollar als wichtigste Reservewährung thematisierte. Vielmehr sei ein System von veränderlichen Wechselkursanbindungen („Soft Pegs“) zu bevorzugen. Dementsprechend könnten Ungleichgewichte gemindert werden, die sich z.B. aus der massiven US-Verschuldung oder dem hohen chinesischen Handelsbilanzüberschuss ergeben. Die hierauf Bezug nehmende Berichterstattung drückte den USD-Kurs weiter nach unten. Einige Analysten erwarten für den US-Dollar Abwärtstrends für die kommenden Monate.
EUR – EUR steigt aufgrund hoher Risikobereitschaft bis über $1,45
Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte gestern ein neues Rekordhoch zum US-Dollar, als die französische Regierung ihre Prognose für einen Anstieg der nationalen Industrieproduktion ausgab und damit die Nachfrage nach gewinnträchtige Anlagen aktivierte. Darüber hinaus erweiterte der EUR seine Kursgewinne zum Dollar angesichts steigender Aktien- und Rohstoffkurse. Zum Yen machte Europas Währung zum 5. Tag in Folge Boden gut. Laut der Prognose von Investoren soll das Verbrauchervertrauen in Japan von zuvor 39,7 Punkten im Juli auf 40,2 Punkte im August klettern, was gestern die Nachfrage nach gewinnträchtigeren sowie risikoreichen Anlagen in die Höhe trieb.
Zusätzlich profitiert der EUR derzeit von der Unsicherheit über die US-Wirtschaft. Voraussichtlich wird in der Eurozone früher als in den USA eine Anhebung der Zinsrate erfolgen. Entsprechende Daten werden am Donnerstag ausgegeben.
In der Zwischenzeit stieg der GBP sprunghaft um 0,9% zum USD in die Höhe und erreichte die Marke von $1,6530. Zuvor waren die Zahlen zur Produktionsmenge in England deutlich besser ausgefallen als erwartet. Zum Yen verzeichnete das Britische Pfund zum zweiten Tag in Folge Kursverluste, nachdem die britische Notenbank, Bank of England (BoE), ankündigte, ihr Programm der Aufkäufe von Staats- und Unternehmensanleihen fortsetzen zu wollen. Dies könnte eine weiterhin schwerfällige Konjunkturerholung mit sich bringen. Am Donnerstag wird Englands geldpolitisches Entscheidungsgremium den Entschluss zum Leitzins bekannt geben. Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank ihren Leitzins unverändert belassen wird.
JPY – Yen verlängert zinsbullischen Lauf gegenüber Dollar
Der japanische Yen kletterte gestern gegenüber EUR und USD in die Höhe. Zuvor wurde berichtet, dass die industrielle Produktion in Großbritannien laut Wirtschaftswissenschaftlern im Juli in einem langsameren Tempo gestiegen sei, als bei ihrer Vormessung. Händler sahen den Yen als geeignete Zufluchtswährung. Des Weiteren wurde der Yen durch Japans Leistungsbilanzüberschuss gestützt, der sich im Jahresvergleich auf 1,27 Billionen Yen ($13,7 Mrd.) reduzierte.
Der Yen hat im laufenden Geschäftsjahr bereits das Erwartungsniveau bedeutender japanischer Hersteller übertroffen und könnte diesen Trend, den aktuellen Anzeichen zufolge, fortsetzen. Sollte der Dollar unter die Marke von 92 Yen fallen, könnte dies deutlich an den globalen Aktienmärkten zu spüren sein, so Analysten.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Aktuell bewegt sich dieses Paar im „überkauften“ Bereich auf der 4-Stunden-Chart. Ihr RSI deutet auf eine bevorstehende Abwärtsausrichtung hin. Auch das rückläufige Cross des Slow Stochastic der Tages-Chart bestätigt diese Neigung. Diesem Markt frühzeitig beizutreten, könnte heute die richtige Wahl sein.
GBP/USD
Die Stunden-Chart gibt gemischte Signale aus. Ihr RSI schwankt im neutralen Bereich. Allerdings ist ein Cross des Slow Stochastic, Tendenz fallend, zu beobachten, dass sich aktuell auf der Tages-Chart bildet und auf eine rückläufige Preiskorrektur in unmittelbarer Zukunft hindeutet. Hier könnte es von Vorteil sein, bei eng gesetzten Stopps zu verkaufen, sobald die untere Handelsspanne überwunden ist.
USD/JPY
Dieses Cross signalisierte in den vergangenen zwei Tagen bärische Tendenzen und wird momentan bei 92,25 gehandelt. Die Oszillatoren der Charts deuten größtenteils auf eine zinsbullische Preiskorrektur für heute hin. Auch der RSI der 4-Stunden-Chart bestätigt diesen Trend. Kaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
USD/CHF
In der letzten Woche ergaben sich für dieses Paar äußerst rückläufige Tendenzen. Die technischen Daten lassen jedoch darauf schließen, dass sich bereits in nächster Zukunft eine Trendwende einstellen könnte. Beispielsweise verdeutlicht der RSI der 4-Stunden-Chart einen sich ankündigenden zinsbullischen Umschwung. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte sich bei diesem Paar heute auszahlen.


