2009-09-21
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – US-Dollar steigt aufgrund Konjunkturoptimismus
In der vergangenen Woche ergab sich für den US-Dollar ein recht volatiler Handel. Zum EUR verbuchte der Dollar Kursverluste, während gegenüber Yen und insbesondere Britischem Pfund Gewinne zu beobachten waren. Über 400 Punkte legte die US-Währung zum GBP zu. Im heutigen frühen Morgenhandel setzte der US-Dollar den Auftrieb der vergangenen Woche bei leichten Aufwärtstendenzen fort. Im Vorfeld der bevorstehenden US-Notenbank-Sitzung sowie einem erneuten Gipfeltreffen der G20 gehen Händler Short-Positionen ein.
Die Dollar-Volatilität lässt sich überwiegend auf gemischte Konjunkturdaten aus den USA zurückführen. Zum einen liefert der Einzelhandel weiterhin positive Umsatzzahlen. Dies bedeutet, dass der monatliche Gesamtumsatz im US-Einzelhandel aktuell steigt und die US-Verbraucher derzeit bereit sind, mehr Geld auszugeben. Des Weiteren legte der Verbraucherpreisindex in der letzten Woche um 0,4% zu und bestätigte demnach eine steigende Inflationsrate in den USA. Diese Entwicklung könnte sich nachhaltig auf den US-Dollar auswirken, da ein Anstieg der Inflation gewöhnlich zu einer Anhebung der Leitzinsrate führt, was den Dollar wiederum beispiellos stützen könnte.
Andererseits enttäuschte der TIC-Bericht die Prognosen, die sich auf 65,3 Mrd. USD beliefen. Das endgültige Ergebnis des grenzüberschreitenden Kauf- und Verkaufs langfristiger Wertpapiere umfasste lediglich 15,3 Mrd. USD. Allem Anschein nach zählte dieser Index in der vergangenen Woche zu eine der Hauptursachen für die Kursverluste gegenüber dem EUR.
In der anstehenden Woche wird wieder eine Reihe wichtiger Indikatoren aus der US-Wirtschaft erwartet. Wichtigster Index ist das für Mittwoch, 20:15 Uhr angesetzte Protokoll des Offenmarktausschusses. Analysten erwarten keine Veränderung der Zinsrate, mutmaßen jedoch über einen möglichen Strategiewandel in Bezug auf den Kauf von US-Staatsanleihen. Anleger sollten das Protokoll am Mittwoch aufmerksam verfolgen.
EUR – EUR entfernt sich von Jahres-Rekordniveau und GBP verliert
Der EUR gab im Laufe des Freitagshandels zum US-Dollar um 2% nach und notierte bei $1,4688. Als solide Unterstützungsmarke gilt das Level um $1,4640. Zum Yen blieb die europäische Währung stabil bei 134,35 Yen. Mit Kursverlusten gegenüber dem US-Dollar reagierte der EUR auf das Ergebnis des EU-Sondergipfels am Donnerstagabend in Brüssel, bei dem sich die EU für eine tiefgreifende Reform des internationalen Finanzsystems aussprach. Als Maßnahmen sollen dabei unter anderem weitere staatliche Konjunkturprogramme sowie eine niedrige Zinspolitik ihre Anwendung finden.
Das Pfund Sterling setzte seinen Abwärtstrend um weitere 90 Pence fort und erreichte ein neues 4-Monatstief zum EUR. Zuvor wurde berichtet, dass die UK strengere Bedingungen als bisher erwartet in Bezug auf die Teilveräußerung der Staatsbeteiligung an der Großbank Lloyds Banking Group festgelegt hat. Dementsprechend rutschte der GBP auf 90,53 Pence pro EUR von zuvor 90,40 Pence am 18. September. Im Handelsverlauf erreichte Englands Währung zwischenzeitlich die Marke von 90,67 Pence, was als niedrigstes Niveau seit dem 24. April gilt. Experten gehen davon aus, dass die Bank of England ihren Leitzins weiterhin niedrig halten wird, was zusätzliche Kursverluste des Pfund Sterling gegenüber US-Dollar und EUR bedeuten könnte.
Für die kommende Woche, insbesondere am Mittwoch, werden auch aus der Eurozone wichtige Konjunkturdaten erwartet. Zur Wochenmitte geben Frankreich sowie Deutschland wichtige Fundamentaldaten aus, die den EUR-Trend in dieser Woche bestimmen werden. Händler sollten alle für Mittwoch avisierten Veröffentlichungen im Auge behalten. Jegliche Überraschungen könnten den EUR antreiben oder im umgekehrten Fall Kursverluste auslösen.
JPY – Yen verliert an Stärke gegenüber Hauptwährungen
In der letzten Woche setzte der Yen seinen Abwärtstrend gegenüber den Hauptgegenwährungen fort. Dabei verlor der JPY über 100 Punkte zum US-Dollar und drückte das Währungspaar USD/JPY auf die Marke von 91,50. Ähnliche Tendenzen ergaben sich auch gegenüber dem EUR.
Während der japanische Yen seit Anfang August, angesichts des Wahlkampfsiegs der Demokratischen Partei, gegenüber 15 der 16 meistgehandelten Währungen an Boden gewinnen konnte, prognostizieren Analysten mittlerweile einen 5,7%-igen Rückgang zum USD sowie 1,2%-ige Verluste gegenüber dem EUR bis zum Ende des Jahres. Die Wirtschaft im Lande sei zu schwach, um eine höhere Rate zu stützen, so Experten.
Wichtigster Indikator aus Japan in dieser Woche ist der Bericht zur Handelsbilanz, der für Donnerstag, 01:50 Uhr angesetzt ist. Dieser gibt die Differenz zwischen Export und Import von Waren und Dienstleistungen im Monat August aus und gilt als einer der verlässlichsten Richtwerte für den japanischen Export. Ergebnisse, die über den Erwartungen liegen, liefern ein Potenzial zur Unterstützung des Yen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Aktuell bewegt sich der Preis dieses Paares im „überkauften“ Bereich des RSI auf der Tages-Chart. Dies kann als Zeichen für eine Abwärtsausrichtung gedeutet werden. Auch das sich ankündigende rückläufige Cross des Slow Stochastic der Tages-Chart bestätigt diese Neigung. Verkaufen könnte eine gute Entscheidung für heute sein.
GBP/USD
Die Bollinger Bands auf der Stunden-Chart verdichten sich, was bedeuten könnte, dass eine volatile Bewegung bevorsteht. Dennoch weist der RSI der 4-Stunden-Chart darauf hin, dass der Preis im „überkauften“ Bereich schwankt. Ihr Slow Stochastic lässt ein neues zinsbullisches Cross erkennen. In Kürze könnte sich ein deutlicher Aufwärtstrend ergeben. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte bei diesem Paar heute eine gute Strategie sein.
USD/JPY
Die Aufwärtsbewegungen auf der Stunden-Chart setzen sich in vollem Umfang fort. Eine eindeutig zinsbullische Handelsspanne hat sich jedoch noch nicht eingestellt. Der nächste Richtpreis könnte bei 92,25 liegen. Auch die Tages-Chart bestätigt diesen Trend. Bei eng gesetzten Stopps zu kaufen, könnte demnach auch hier die richtige Wahl sein.
USD/CHF
Ein Durchbruch des oberen Bereichs der Bollinger Bands scheint sich heute früh auf der Stunden-Chart ergeben zu haben. Eine rückläufige Preiskorrektur könnte daher schon bald einsetzen. Dennoch kann noch keine Überwindung der oberen oder unteren Grenze der aktuellen zinsbullischen Handelsspanne beobachtet werden. Eine gute Strategie könnte demnach lauten: innerhalb der Kursspanne handeln, bei Niedrigständen kaufen und bei Höchstständen verkaufen.


