2010-09-07
Mit freundlicher Genehmigung von Forexyard
Die wichtigsten Währungen – aktuelle Meldungen
USD – NFP-Bericht bringt Dollar weiter unter Druck
In der letzten Handelswoche verzeichnete der US-Dollar überwiegend Kursverluste gegenüber den Hauptwährungen. Dabei rutschte die US-Währung um über 200 Punkte zum Euro ab. Das Währungspaar EUR/USD handelt aktuell um die Marke von 1,2900. Auch zum Japanischen Yen gab der Dollar nach.
Hauptursache für den Aufwärtstrend des Greenback waren positive Konjunkturdaten aus den USA. Bereits am Dienstag rutschte der USD deutlich ab, als der Bericht des Conference Board zum US-Verbrauchervertrauen alle Erwartungen der Märkte übertraf. Der entsprechende Index wurde mit 53,5 Zählern ausgegeben. Noch im Juli hatte die Vormessung bei 52 Punkten ein 5-Monatstief markiert. Möglicherweise schwenkt die US-Konjunktur nun doch auf Erholungskurs. Die Sorgen der Marktteilnehmer um einen Rückfall in die Rezession ließen endlich etwas nach. Im weiteren Wochenverlauf wurden auch ermutigende Konjunkturergebnisse veröffentlicht. Beispielweise deutete der ISM-Einkaufsmanagerindex mit einem sprunghaften Anstieg auf 56,3 Zähler im August von zuvor 55,5 Punkten im Vormonat auf eine US-Industrie, die stärker wächst als erwartet. Die Erwartungen der Experten lagen mit 53,2 Punkten hier weit unter dem gemessenen Zählerstand.
Zum Höhepunkt kam der USD-Abwärtstrend schließlich kurz vor dem Wochenende. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums am Freitag, ist die Zahl der Beschäftigten in den USA im August um 54.000 zurückgegangen. Damit sinkt die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft deutlich schwächer als erwartet. Volkswirte hatten mit einem Stellenabbau von rund 100.000 Jobs gerechnet. Entsprechend der Optimismus versprechenden Daten sind einige Anleger wieder etwas risikofreudiger geworden, so Händler. Die europäischen Einheitswährung EUR profitiert davon.
In dieser Woche stehen gleich mehrere bedeutende Konjunkturdaten auf der US-Agenda, unter anderem Handelsbilanzdaten sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Im Hinterkopf ist zu behalten, dass positive Konjunkturdaten den Risikoappetit der Investoren steigern, was wiederum in der Regel eine Abwertung des Dollar zur Folge hat.
EUR – Euro steigt trotz negativer Daten
In der letzten Woche verbuchte der Euro gegen viele andere Währungen Kursgewinne. Zum USD machte der EUR nahezu 200 Punkte gut. Gegen das Pfund Sterling zog die Gemeinschaftswährung um fast 150 Punkte an. Das Währungspaar EUR/GBP handelt mittlerweile um die Marke von 0,8350.
Dabei wertete die Einheitswährung trotz enttäuschender Konjunkturdaten aus der Eurozone auf. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag die Arbeitslosenquote in der Eurozone im Juli unverändert bei 10,0%. Im Vorjahresvergleich ergab sich somit ein Anstieg: im Juli 2009 wurde die Arbeitslosenquote in der Eurozone mit 9,6% ausgegeben. Darüber hinaus ist der Umsatz der deutschen Einzelhändler im Juli den zweiten Monat in Folge gesunken. Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden, verlangsamte sich der Umsatzzuwachs im Vormonatsvergleich um 0,3%. Experten hatten hingegen einen Zuwachs von 0,5% erwartet. Die Marktteilnehmer zeigten sich von den Negativ-Daten eher unbeeindruckt. Größere Bedeutung wurde vielmehr den überraschend positiv ausgefallen Fundamentaldaten aus den USA beigemessen. Besonders der Arbeitsmarktbericht NFP fiel dabei ins Gewicht. Die Zugewinne des EUR blieben moderat. Mit Veröffentlichung der ermutigenden US-Indizes kam unter Investoren neuer Optimismus sowie eine spürbar aufgehellte Stimmung auf.
In dieser Woche erwartet die Marktteilnehmer eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Anleger sollten die Veröffentlichung führender Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Frankreich gut im Auge behalten. Positive Signale aus der Eurozone können der Währung der 16 Nationen weiteren Auftrieb bescheren.
JPY – Yen beendet zinsbullische Woche bei Abwärtstendenzen
Der Japanische Yen konnte in der vergangenen Handelwoche gegenüber den Hauptwährungen zunächst überwiegend bei Aufwärtstendenzen beobachtet werden. Dabei wertete der Yen um nahezu 150 Punkte zum USD und gegen das Pfund Sterling um fast 300 Punkte auf. Zur Wochenmitte wiederum gab der JPY bereits einen Teil seiner verbuchten Gewinne wieder ab. Insbesondere zum Euro und Pfund Sterling ergaben sich Kurskorrekturen nach unten.
Positive Konjunkturdaten aus der japanischen Wirtschaft bescherten dem JPY einen zinsbullischen Wochenstart. Der vorläufige Bericht zur Industrieproduktion im Juli überraschte mit einem ersten Anstieg in drei Monaten um 0,3% und lag damit deutlich über den Erwartungen, die sich auf einen Rückgang um 0,3% beliefen. Darüber hinaus erhöhte sich der japanische Einzelhandelsumsatz im Juli um 3,9%. Hier hatten Analysten einen Zuwachs um lediglich 3,6% erwartet.
Als Ursache für die Aufwertung des Yens gilt jedoch die gestiegene Risikoaversion an den Märkten, denn Investoren suchen derzeit mehr Sicherheit. Im weiteren Wochenverlauf, gab die Inselstaatwährung dennoch leicht nach. Am Montagmorgen hat der japanische Aktienmarkt, aufgrund der aufgehellten Stimmung nach dem besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, fest geschlossen.
Wichtigste Veröffentlichung aus Japan in dieser Woche ist die Overnight Call Rate, der wichtigste Leitzins der Bank of Japan. Diese wird für den Monat September ausgegeben. Analysten zufolge soll die Bank of Japan (BoJ) ihren Zinssatz unverändert bei 0,10% belassen, was die niedrigste Rate in der Gruppe der Industrienationen darstellt. Sollte die BoJ mit einer Zinsänderung überraschen und den Zinssatz anheben, könnte dies großen Einfluss auf den Yen-Kurs nehmen.
Ausgewählte Forex-Paare – aktuelle Trends
EUR/USD
Entsprechend einem Großteil der technischen Indikatoren ist dieses Währungspaar aktuell deutlich überkauft. Somit werden für EUR/USD bereits in naher Zukunft Kurskorrekturen nach unten erwartet. Die Williams Percent Range der Tages-Chart befindet sich derzeit an der -5 Marke. Ein Stand über -20 gilt als überkauft. Der Slow Stochastic kreuzt auf der 8-Stunden-Chart oberhalb der oberen Widerstandslinie und bestätigt, dass die nächste Bewegung also eine abwärts gerichtete sein könnte. Händlern könnten bei EUR/USD heute bei eng gesetzten Stopps auf fallende Kurse setzen.
GBP/USD
Der Relative Strength Index (RSI) der 8-Stunden-Chart zeigt das sich GBP/USD dem überkauften Bereich nähert. Gleichzeitig geben übrige technische Indikatoren das Paar im neutralen Bereich aus. Anleger sollten weitere Entwicklungen zunächst abwarten, bevor sie diesem Markt beitreten.
USD/JPY
Nach den Kursverlusten der letzten Woche, scheint sich USD/JPY mittlerweile zu stabilisieren. Die meisten technischen Indikatoren lassen gegenwärtig keine eindeutige Tendenz erkennen. Eine Außnahme dabei bildet der MACD der 8-Stunden-Chart, der Kurskorrekturen nach oben signalisiert. Händler aufgepasst, möglicherweise ergeben sich bei USD/JPY bald Aufwärtstendenzen.
USD/CHF
Die Williams Percent Range der Tages-Chart verdeutlicht, dass USD/CHF fast im überverkauften Bereich handelt. Möglicherweise setzen noch heute Kurskorrekturen nach oben ein. Auch der Relative Strength Index (RSI) der 8-Stunden-Chart zeigt an, dass sich das Paar unmittelbar dem überverkauften Bereich nähert. Für USD/CHF-Händler könnte es heute von Vorteil sein, auf steigende Kurse zu setzen.


